Pressemitteilung:

Kierspe, den 05.05.2016

Gesang und Interviews rühren zu Tränen und Ehrfurcht
Der neue TV- und Lehrfilm „Wir sind alle Menschen“ ist fertig! Er wird im Rahmen der
Fortbildungsveranstaltung „Wo Worte nicht reichen“ - Geschlechtsbewusste gestaltpädagogische/ -therapeutische
Methoden für die Arbeit mit weiblichen und männlichen (Flüchtlings)Kindern und Jugendlichen in Dresden vom
23.-25. Mai 2016 gezeigt.
Für diese Fortbildung ist eine Anmeldung notwendig.
Noch sind Plätze frei!

Die Leiterin des Höferhofer Instituts stellt ihr Gesamtprojekt „Gewaltprävention und Integration“ vor, in dessen
Rahmen dieser Film entwickelt und gedreht wurde.


Projektinhalt:

Täglich hören wir von gelungenen und nicht geglückten Fluchten von Menschen, die ihre Heimat verlassen haben
um zu leben. Sie wollen nicht hungern, ständig in Angst leben oder sterben. Viele haben die Hoffnung auf ein
„besseres Leben“, irgendwo, wo es besser ist als da, wo sie bisher lebten. Sie verlassen ihre Familien, ihre Heimat
und ihren gewohnten Alltag. Manche kommen mit bestimmten Vorstellungen und Erwartungen hierher, andere
sind einfach nur losgegangen oder in Booten übers Meer gekommen. Die Angst, unterwegs zu sterben, z.B. durch
Ertrinken, weil sie nicht schwimmen können, haben sie nicht (mehr) gespürt. Sie wollten nur weg. Hier werden sie
„Flüchtlinge“ genannt. In erster Hinsicht sind sie Menschen, die leben wollen. Manchen sehen irgendwie anders
aus, das liegt an ihrer Kleidung, Hautfarbe oder sie sprechen eine andere Muttersprache. In Deutschland wird dann
überprüft, ob sie hier nach dem Ayslbewerberleistungsgesetz einen Anspruch auf Unterstützung und Aufenthalt
haben.

Es gibt Menschen, die wollen diesen geflohenen Menschen helfen und sie „herzlich willkommen“ heißen. Sie helfen
bei Behördengängen, unterrichten Deutsch oder stellen sich als sogenannte PatInnen zur Verfügung. Viele
„Flüchtlinge“ sind unbegleitete Kinder oder Jugendliche.

Sie haben ihre Eltern/ Geschwister/ Familie zurückgelassen und/ oder verloren. Einige sind verwundet, krank und/
oder stark traumatisiert, d.h. sie wurden selbst Opfer von Folter und Gewalt oder habe solche Erlebnisse
beobachtet. Diese Menschen brauchen schnelle medizinische und psychologische Begleitung. Manche Jugendlichen/
jungen Erwachsenen droht die Abschiebung, das erzeugt Ängste oder depressive Verstimmungen. Hier helfen
Mensche, die sie juristisch beraten/ begleiten zu Verhandlungen und bei psychologischen Gutachten.

AnsprechpartnerIn zu sein, Gastfreundschaft zu praktizieren und dafür das Gefühl zu bekommen, etwas Sinnvolles
zu tun, ist der  Motor für viele, die helfen und ihre Zeit dafür „verschenken“. Hauptamtliche Fachkräfte
(ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen, LehrerInnen etc.) müssen die besonderen Herausforderungen in den
Berufsalltag integrieren. Häufig bis an ihre eigene Belastungsgrenze. 

Manche stellen leer stehende Zimmer/ Wohnungen zur Verfügung. Gerade älteren Menschen eröffnet sich hier eine
große Chance der gegenseitigen Unterstützung. Es gibt auch Menschen, die fühlen Mitleid mit den vielen
Menschen, die hierher wollen, wenn sie Bilder und Fotos über die Medien anschauen. Aber einige fühlen dann sehr
schnell ihre eigenen Grenzen der Hilfsbereitschaft und befürchten, dass die allgemeine Ohnmacht ihre eigene
Ohnmacht wird. Sie haben Angst, dass Hunger, Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Folter und Krieg in ihr eigenes
Land „schwappt“, wie die Schiffe und Flüchtlingsströme. „Das hört dann nie mehr auf“, befürchten sie und haben
Angst, dass jemand ihnen “etwas wegnimmt“, was doch ihnen zusteht und gehört. Auch sozialer Neid kommt auf.
„Während der Anfängen“, denken sie und machen im Kopf und Herzen dicht. Nicht selten werden einige Armuts-
und/ oder Kriegserlebnisse aus vergangenen Zeiten aktiviert in Erinnerungen/ -bildern. Wenige, aber auffällige (z.B.
Demos), BürgerInnen wollen mit den „Neuen“ und „irgendwie anderen“ gar nichts zu tun haben. Sie haben genug
mit sich selbst zu tun (z.B. unsichere eigene Identität, mangelnde Bildung, arbeitslos, lustlos, antriebslos,
gewaltbereit etc.) oder lehnen Fremde und AusländerInnen per se ab. Manche kennen gar keine, d.h. sie haben
Vorurteile und halten an Klischeevorstellungen fest. Weltweite kämpferische Auseinadersetzungen werden dann in
Wut sowie Hassgefühlen spürbar und „auf der Straße“ fortgeführt und Gewalt wird so manifestiert.   

Das Projekt will auf verschiedenen Ebenen (politisch, pädagogisch, psychologisch) greifen, unterschiedliche
Zielgruppen ansprechen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Hauptamtliche/ Ehrenamtliche, Interessierte) und zur
langfristigen Gewaltprävention sowie Integration beitragen!


Ziele:  

Informationen und Aufklärung (versus „gefühlte Realität“)

Direkte und indirekte Gewaltpräventions- und Integrationsarbeit

Tauschen im zwischenmenschlichen Verkehr als Gewinner/in wahrnehmen, d.h. Erkennen, WAS habe ich davon
(Geben + Bekommen)

WER sind die, und WER bin ich?

WAS können die, und WAS kann ich? WAS will ich?   

Mit wem, will ich etwas tauschen und teilen?

WIE  bin ich - Wie sind die?

Sinnvolles TUN als PRÄVENTION von Gewalt - heute und in Zukunft (Nachhaltigkeit)

Zugehörigkeit, Verbundenheit und Friedensarbeit fördern (z.B. als Pate/ Patin; peergroup-education)

GLOBAL denken, regional handeln

Partizipation der Menschen

Kulturelle Zusammenarbeit (Musik, Kunst, Sport, Essen) fördern

Fürsorge für die sog. haupt- und ehrenamtlichen „HelferInnen“ (Resilienzförderung und Burnout-Prophylaxe)  


Methoden:

Öffentlichkeitsarbeit (Fernsehen & Zeitung & Fortbildungsveranstaltungen)

Aufklärungsveranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene/ Multiplikator/innen

TV- und Lehrfilm (nrwision.de & Höferhofer Institut/ Schülerpraktikum): „Wir sind alle Menschen!"

Dreitägiger Workshop „Wo Worte nicht reichen…“ Geschlechtsbewusste gestaltpädagogische/ -therapeutische
Methoden für die Arbeit mit weiblichen und männlichen (Flüchtlings-) Kindern und Jugendlichen in Dresden
(Frühjahr) und München (Sommer) + nach Vereinbarung

Ausbildungsgang: Gewaltpäventionstrainerin (auf Nachfrage)

„Krisenfest - Gesundbleiben im Helfen“. Eine Fortbildung für ehrenamtliche und hauptamtliche Nothelfer/innen, die
geben und bekommen und im Gleichgewicht bleiben müssen! In Krefeld (1. Halbjahr 2016) und Weimar (2.
Halbjahr 2016) und nach Vereinbarung.


Projektleitung:

Dipl. Psych. Heidrun Wendel (approbierte Psychotherapeutin, anerkannte Lehrtherapeutin, zertifizierte  Europäische
Psychotherapeutin (EAP), geschlechtsbewusste Gewaltpräventions-trainerin, Fachautorin, Lehrbeauftragte,
Langjährige Ausbildungsleitung zur/zum Gewalt-präventionstrainerIn für NRW (FUMA/ Ministerium) Bayern, Baden
Württemberg, Hessen)

Leiterin des Höferhofer Instituts (http://www.hoeferhofer-institut.de)

Mitglied des Vereins „Menschen helfen“ e.V. Kierspe und aktive Mitarbeiterin des Flüchtlingstisches in Kierspe
(Begleitung von traumatisierten Menschen, Erstellung psychologischer Gutachten etc.)

Mitglied des Vereins „Sinniti“ e.V. und aktive Mitarbeiterin des Kinderheims auf Sri Lanka (Betreuung von Kindern /
Jugendlichen, die durch den Tsunami Vollwaisen wurden etc.)

Langjährige Unterstützerin des Vereins „Intact e.V.“ gegen Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen
(Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildungen, Workshops etc.)

Zusammenarbeit mit nrwision / H. Weyland für verschiedene Filmprojekte (u.a. „Gewalt bei Mädchen“; „Null Bock“
- Präventionsprojekt /-film von Jugendlichen für Jugendliche und MultiplikatorInnen)

Langjähriges Mitglied bei FUMA Fachstelle Gender NRW und LAG Mädchenarbeit NRW


Projektanschrift:

Höferhofer Institut für Gestalttherapie, Beratung und Prävention
Dipl. Psych. und zertifizierte Europäische Psychotherapeutin Heidrun Wendel
Höferhof 36, 58566 Kierspe, Tel.-Nr. 02359/6781, heidrunwendel@t-online.de 
Larissa Theßmann (Praktikantin)


Anmeldung:

parikom - Paritätisches Kompetenzzentrum für soziale Innovation GmbH
Am Brauhaus 8, 01099 Dresden
www.parikom.de

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Kierspe, den 03.09.2015 

Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge

Die Zahlen
Geschätzte 10.000 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge wurden 2014 durch Jugendämter in Obhut genommen,
so nennt man die vorläufige Aufnahme in eine Flüchtlingsunterkunft für Kinder und Jugendliche. Doch nur 4.399
von ihnen stellten 2014 einen Asylantrag, davon sind gerade mal 595 Mädchen. Die Flüchtlinge ohne Asylantrag
haben entweder vor, wieder auszureisen, taten dies bereits oder sind untergetaucht.

Die Fluchtgründe
Die meisten minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, Somalia und Syrien. Genau wie
Erwachsene fliehen sie vor politischer Verfolgung, vor Bürgerkriegen und mangelnden Perspektiven. Es gibt jedoch
auch besondere Fluchtgründe, die speziell auf Kinder und Jugendliche zutreffen, die ohne Begleitung fliehen: die
Rekrutierung als Kindersoldaten, Genitalverstümmelung, Zwangsprostitution oder Zwangsverheiratung und
familiäre Gewalt. 

                                                                              „Zwei Mädchen, allein“ aus Brigitte.de 17/2015


Seit 1986 arbeite ich regional und überregional als Diplom Psychologin und Psychotherapeutin mit eigener Praxis
in Kierspe und Lüdenscheid mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund (Syrien, Türkei,
ehem. Jugoslawien, Rumänien, Polen, Russland, Sri Lanka etc.).

Meine therapeutischen Angebote beziehen sich schwerpunktmäßig auf die Themen Traumata und Wachstum(-
sfolgen) sowie auf individuelle Gutachten gegen drohende Abschiebungen von u.a. Kriegsflüchtlingen. Hier arbeite
ich regional und bundesweit mit Fachinstitutionen/ Vereinen zusammen.

Die Berücksichtigung der Besonderheiten geschlechtsbewusster Arbeit mit Mädchen/ Frauen und Jungen/ Männern
sowie Cross-Work-Arbeit ist kennzeichnend für meine Arbeit als Therapeutin und Dozentin.  

Auch in Zukunft biete ich in Deutschland, Österreich und Italien unterschiedlichste  geschlechtsbewusste
Fortbildungsangebote für ehrenamtliche und hauptamtliche HelferInnen, BegleiterInnen und pädagogisch-
psychologische Fachkräfte an:

„Wo Worte nicht reichen…“
Geschlechtsbewusste gestaltpädagogische/ -therapeutische Methoden
für die Arbeit mit weiblichen und männlichen (Flüchtlings-) Kindern und Jugendlichen

Seminare, Fortbildungen und Ausbildungen, die in meinem Flyer und auf der Homepage (www.Hoeferhofer-
Institut.de) eingesehen werden können und darüber hinaus biete ich diese auf Nachfrage auch in geschlossenem
Rahmen (z.B. Gruppenteam, Flüchtlingstisch, Arbeitskreise, Beratungsstellen etc.) an.

Gerne gehe ich auch auf spezielle Wünsche (wunschgemäße Termine, Themen, Fälle, Konflikte,
zielgruppenorientiert u.a.) ein. Für dieses Jahr sind noch freie Termine nach Absprache möglich. Wir planen auch
schon für das neue Jahr ab sofort.

Falls Sie/ Du Interesse haben/ hast und weitere Informationen benötigen/ benötigst, melden Sie sich/ melde Dich
bitte bei mir.

Mit kollegialen Grüßen

Heidrun Wendel und Team
Leiterin des Höferhofer Instituts 

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